Reisebericht
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Flugbegleiterin bei Emirates – Interview „erster Klasse“

Flugbegleiterin bei Emirates

Wie ich eine Flugbegleiterin bei Emirates näher kennen lernte und sie zu ihrem Job löchern konnte? Ich sag nur: UPGRADE! Unser Flug war überbucht und deshalb ging es für mich ab in die Business Class!

So hatte ich auf dem Rückweg von Australien das Glück, einen entspannten Plausch an der Bar genießen zu dürfen, während Linda,  mir und noch einigen anderen Glücklichen, Cocktails mixte. Die Gelegenheit musste ich nutzen, um ein paar neugierige Fragen zu stellen, denn bisher beschränkten sich meine Gespräche mit den Flugbegleitern immer auf kurze Sätze wie „You want chicken or beef?“ und „A water, please.“

Flugbegleiterin bei Emirates - ich sitze in der Business Class

Das sagt die Flugbegleiterin bei Emirates über ihren Job:

Franziska:

„Macht dir dein Beruf als Flugbegleiterin bei Emirates Spaß? Gehst du gern zur Arbeit?“

Linda:

„Auf jeden Fall! Ich meine, sieh es mal so: Gerade hier oben in der Business Class und First Class ist es doch so, dass es sich fast gar nicht mehr wie fliegen anfühlt. Da wundere ich mich manchmal, wenn der Flug schon vorüber ist!

Ich habe auch in der Economy Class angefangen, das ist natürlich anstrengender. Im A380 sitzen da ungeführ 400 Passagiere. Wenn dann zwischendurch jemand einen Wunsch hat oder was besonderes möchte, ist es gar nicht so einfach, sich das zu merken, bis man am Ende angekommen ist und alle versorgt hat. Da gibt es pro Passagier auch wesentlich weniger Personal. Aber das ist ok und die allermeisten Kunden sind auch superfreundlich!

Nach einiger Zeit gab es dann diese Beförderung in den oberen Stock [Anm.: Business und First Class]. Dazu braucht und bekommt man dann weitere Ausbildungen, zum Beispiel im Service oder wie ich hier für den Barbereich!“ [lacht, während sie ein Getränk im Shaker mixt]

Franziska:

„Wie läuft denn die Ausbildung ab bei euch?“

„Und ich muss sagen, wenn ich mir vorstelle, meine eigene Familie fliegt mit, dann will ich ja auch, dass alle Flugbegleiter an Bord wissen, was im Notfall zu tun ist und sich auch durchsetzen können!“

Linda:

„Zunächst mal muss man natürlich fließendes Englisch sprechen. Schon die Einstellungstests und Gespräche laufen ausschließlich auf Englisch ab. Die Grundausbildung dauert dann insgesamt 8 Wochen. Davon sind eine Woche Service, die restlichen 7 Wochen sind Sicherheit und Erste Hilfe. Schließlich müssen wir auch handlungsfähig sein im unwahrscheinlichen Fall, dass etwas passiert. Es gibt immer auch Bewerber, die in diesen 7 Wochen rausfliegen oder selbst gehen, weil sie merken, dass sie nicht stressstabil genug sind. Und ich muss sagen, wenn ich mir vorstelle, meine eigene Familie fliegt mit, dann will ich ja auch, dass alle Flugbegleiter an Bord wissen, was im Notfall zu tun ist und sich auch durchsetzen können!

Jedes Jahr haben wir eine Woche Auffrischung, wo wir auch in Simulatoren Szenarien üben, damit alles abrufbereit bleibt.“

Franziska:

„Ist der Beruf denn körperlich anstrengend?“

Linda:

„Das kann man schon so sagen. Einerseits muss man schwere Container stemmen können, in denen sich die Getränke und das Essen befindet. Andererseits ist es auch anstrengend, wenn man nachts fliegt, vor allem, wenn nichts los ist. Dann geht der Kreislauf runter. Typischer Schichtdienst eben. In den großen Fliegern gibt es für die Langstrecken extra Ruheräume mit Betten für uns, in denen wir abwechselnd Kraft tanken können.“

Franziska:

„Ich wollte schon immer wissen, was ihr macht, wenn jemand plötzlich medizinische Hilfe braucht. Gibt es dann diese Durchsagen nach einem Arzt?“

Linda:

„Das ist tatsächlich so: Wir fragen nach einem Arzt, einer Krankenschwester oder jemand mit medizinischer Erfahrung. Aber wir haben auch selbst eine ausführliche Ausbildung in Erster Hilfe und sogar einen Defibrillator an Bord! Es kann auch vorkommen, dass wir aufgrund eines medizinischen Notfalles notlanden müssen. Aber du musst dir vorstellen, wenn wir zum Beispiel auf einem Transatlantikflug sind, dann kann selbst das ein paar Stunden dauern!

„Aber, man kann es nicht verschweigen, es gab auch schon Todesfälle an Bord.“

Typischerweise passieren Kreislaufprobleme, weil die Leute zum Beispiel zu lange sitzen oder zu wenig getrunken haben. Das kriegen wir dann in den Griff und haben auch Medikamente an Bord. Aber, das kann man nicht verschweigen, es gab auch schon Todesfälle an Bord. Genau wie überall in der Welt gibt es auch an Bord von Flugzeugen Herzinfarkte, bei denen jede Hilfe zu spät kommt.

Allerdings gibt es auch häufiger als man denkt freudige Anlässe: Es werden immer wieder Babys in Flugzeugen geboren und auch dafür sind wir ausgebildet! Eigentlich darf man hochschwanger gar nicht mehr fliegen und die Airline nimmt einen nicht mehr mit, aber die ein oder andere mag da was am ärztlichen Attest getrickst haben, weil sie doch noch in die Heimat möchte oder das Baby in einem Land geboren werden soll, wo es durch seinen Geburt gleich noch den entsprechenden Pass erhält! [lacht]

Deshalb hängen bei uns in der Zentrale auch mehrere Babybilder mit Danksagungen und es gibt viele Flugzeugbabys, die als Zweitnamen den Namen der Flugbegleiterin tragen, die bei der Geburt geholfen hat!“

Franziska:

„Das war super interessant, danke für diese Einblicke einer Flugbegleiterin bei Emirates! Ich muss leider zurück zu meinem Platz und nochmal testen, wie sich der Sitz ganz waggerecht stellen lässt, sonst glaub ich mir das im Nachhinein selbst nicht!“

Falls du jetzt Lust hast, dich zu bewerben, dann kannst du dir auf der Seite von Emirates weitere Infos suchen!

Findest du den Beruf der Flugbegleiterin bei Emirates interessant?

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